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14.11.2021

Review: The Shadows Of Sergoth

The Shadows Of Sergoth (1).pngLange fieberte ich dem neuen RPG von Double Side Games entgegen. Durchaus gute Ansätze waren in der Black Dawn Reihe erkennbar und mit The Shadows Of Sergoth sollte es in eine Fantasy Welt gehen, welches inhaltlich für mich viel mehr versprach als das Science Fiktion Ambiente in Black Dawn Rebirth. Leider ist aber keinerlei Weiterentwicklung bei Double Side Games zu erkennen und die selben Fehler wie in allen RPGs dieses Entwicklers werden konsequent fortgesetzt. 

Aber der Reihe nach: Der Dungeon Crawler läuft auf jedem Grafikchipsatz (OCS, ECS, AGA) eines Amigas mit 2 MB Ram. Zu Beginn gibt es eine nette Einführungsszene, untermalt von ertragbarer Musik, in welcher uns die Story von The Shadows Of Sergoth textlich mitgeteilt wird. In einer mittelalterlichen Fantasiewelt in einem kleinen Königreich namens Chrisandia im Süden der Halbinsel Marak, lebt man von der Fischerei und dem Handel mit den nördlichen Ländern. König, Orlof VI. der Mächtige, gehört einer langen Dynastie von Königen an, die sich während der Eroberungen der Aschezeit hervorgetan haben.

The Shadows Of Sergoth 4.jpgWährend der Kriege gegen den bösen Kaiser Sul Rakin bewies das Königreich trotz der Verluste großen Mut. Nun geschieht es, das immer wieder Kinder verschwinden. Man vermutet Sie in tiefen Katakomben der Burg von Sergorth und befürchtet das der nunmehr untote Sul Rakin dahinterstecken könnte. Nicht eine Party, sondern >ein(e)< einsame(r) aus wählbarer anfangs sogar gänzlich nackter wehrloser Recke! wird in die Labyrinthartigen Katakomben geschickt des Rätsels Lösung zu finden.

Die wählbaren Helden/innen haben dabei unterschiedliche
Sergoth6.jpgWerte für Gesundheit, Mana und Stärke… Anders als in Black Dawn Rebirth bietet das durchaus, selbsterklärende und aufgeräumte Interface diesmal von Beginn an eine Karte, eingebaut im sichtbaren Bereich. Blöd, das diese nicht mit zeichnet wo man den schon entlang gelaufen ist, sondern sich die Levelkarte gleich gänzlich offenbart. So, wird man dann dennoch, ein und die selben Gänge wohl des Öfteren mehrfach durchlatschen. Automapping meine lieben Freunde, bedeutet, ich erschließe die Karte, befreie diese vom Nebel des Dungeons, und erkenne so, wo ich den nun schon war.

The Shadows Of Sergoth (3).gifGrafisch offenbart sich abermals eher PD Standard, wieder werden immer die gleichen Boden, Wand und Deckentexturen genutzt um uns den Dungeon zu präsentieren. Wieder finden sich (diesmal extra zuschaltbare) aber immer noch mangelhafte Animationen der Gegner wieder, wenngleich es sich animationsreicher durch die kargen Dungeons stapft. Auch soll nicht verschwiegen sein, das es immerhin später auch noch ganz ansehnliche Gegner zu erblicken gibt (solange sich diese nicht bewegen). Wieder werden allerdings die (nicht gerade vielseitigen) Gegner, wie z.B haufenweise Fledermäuse, Schlangen und sonstige Kreaturen, mit ein paar Klicks ohne sichtbaren und nennenswerten Schaden Feedback geschnetzelt. Halt, ein wenig Magie kommt auch noch ins Spiel, aber nicht der Rede wert, ob man nun ein Schnitt im Bild oder einen unspektakulären Feuerball erblickt. 

Sergoth7.jpgDas erste Level besteht fast gänzlich einzig daraus Schalter umzulegen und sich Hemdchen, Hose, Tränke und Schwert zu besorgen…”Schnarch”, das wird später auch nicht viel besser. Der Vergleich von bereits im Inventar befindlicher oder getragener Rüstung mit einer gerade gefundenen Rüstung entpuppt sich dann auch noch als umständlich, weil die Werte, wie sonst in jedem Dungeon Crawler, nicht in einem kleinen Vergleichsfenster angezeigt werden, sondern als Text Meldung am unteren Rande des Bildschirms über den Screen vorbei scrollen. Keine gesprächigen NPCs, oder sonst irgendetwas unterbricht dieses “gemächliche” Gameplay. Keinerlei Abwechslung wird geboten, nicht mal akustisch. Halt stimmt so auch nicht, es gibt dann doch noch ein paar einfallslose Schalterrätsel.

wertung_The Shadows Of Sergoth.jpgFazit: Schade, was hätte man für die Amiga Version inhaltlich nicht noch alles hinzufügen können um Abwechslung in dieses durchschnittliche Amstrad CPC Spiel zu bekommen. Das es auf dem Amiga besser wirkt als auf dem Amstrad ist kein Kunststück. Wie schon Black Dawn Rebirth ist auch The Shadows Of Sergoth eher etwas für Gelegenheitsspieler, welche aufreibende Dungeon Kämpfe scheuen. Von beispielsweise Ishar II oder Eye of the Beholder II verwöhnt, hat mich dieser Titel, dann doch enttäuscht. Insbesondere, weil quasi nichts an Weiterentwicklung eines Double Side RPGs erkennbare, existiert. Der Preis für die Download Version ist mit rund 15,- €uro auch wieder mal leicht übertrieben. Na ja, dem Boxsammler wird eine schnicke Verpackung geboten (für die man dann allerdings auch gleich 40,-€uro abdrücken muss). An spielerisch Inhaltlichem, bekommt man das bekannt eher mäßige geboten! Sorry, aber dafür hat der Amiga einfach zu gute, ältere Alternativen. Das Spiel ist nicht gänzlich schlecht - aber die Enttäuschung überwiegt.

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Admin - 17:22 | Kommentar hinzufügen