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02.02.2022

Review: Campaign

Campaign (1).jpgCampaign ist im Grunde ein 2. Weltkrieg Strategiespiel, hat aber einen Panzer Simulationspart. Hier übernimmt man die Kontrolle über ganze Panzerzüge und steigt in einen beliebigen Panzer ein, um gegnerische Panzer in die Luft zu sprengen. Du kannst aber auch die Position eines Generals einnehmen.

Nach einem guten digitalisierten Intro, einschließlich der düsteren Titelmusik samt Sprachausgabe geht es auch schon los. Als General steuerst du die Kämpfe mit Panzern plus Artillerie und Luftunterstützung auf einer strategischen Karte. Mittels eines durchdachten Icon Systems werden hier Marschziele festgelegt, Informationen eingeholt, Nachschub organisiert, (nächtliche) Ruhepausen eingefügt oder Bombardierungen aus der Luft angefordert. Kommt es zu Feindbegegnungen, schaltet der Amiga in den Kampfmodus. Nun kann man sich als General das Ergebnis einfach berechnen lassen oder selbst als Panzerfahrer Hand anlegen, wobei letzteres ganz nach Wunsch vom simplen Zuschauen über Teilkontrolle bestimmter Funktionen (Geschützturm, Steuerung) bis hin zur vollständigen Übernahme eines beliebigen Panzers reicht.

Campaign (2).jpgDie Vektor-Optik der Städte, Dörfer, Flüsse und Wälder war damals (1992) auch bei vollständigem Detailgrad gerade mal “ok”. Für ein relativ flüssiges Spielen als Panzerkommandant, sollte es aber dennoch, in jedem Fall schon ein Amiga 1200 sein. Mäßige FX wie Motorengebrumm und Explosionen sind im Kampf zu vermelden. Dennoch, der Job des Panzerfahrers ist es, wofür Campaign lohnt. Die frei konfigurierbare Steuerung der Panzer ist mehr als löblich.

Campaign beeindruckt zudem mit seinem akkuraten historischen Hintergrund (Was könnte ein Spiel wie World of Tanks von diesem Oldie alles lernen). Ein Handbuch mit allen Panzern, Flugzeugen und Schiffen darin, gibt Auskunft vom Sherman bis zum Tiger über Geschwindigkeit, Gewicht und Feuerkraft. Über 150 Fahrzeugtypen auf über 20 historisch relativ genauen Karten sind zu vermelden. Die Standorte der Karten reichen sogar bis zu Wüstengebieten der Sahara, wenn man sich die Scenario Disk Campaign: From North Africa to Northern Europe hinzuholt. Ansonsten fehlt auch so kaum etwas. Von der Schlacht bei Kursk bis zu den entscheidenden Landungen am D-Day ist alles dabei. Und wenn das nicht genug ist, gibt es einen Karten und Einheiten Editor, mit dem man die vorhandenen Karten und Einheiten ändern und eigene neue erstellen kann. Ganze Armeen lassen sich hier aufstellen. Standartmäßig als Alliierter unterwegs, kann man über diesen Editor Modus, aber auch auf Seiten der Achsenmächte umstellen und jegliches Scenario spielen.

wertung_Campaign.jpgFazit: Ganz soviel Spaß wie im Spiel Sherman M4 macht das Panzerfahren in Campaign nicht. Dennoch gibt es aufreibende Gefechte in Retro Optik. Gepaart mit dem strategischen Anteil und dem hervorragendem Editor, in welchem man frei, ganze Scenario selbst erstellen kann, macht das Spiel immer noch Spaß. In Unterzahl mit wenigen Hetzern auf deutscher Seite, gegen eine schiere Übermacht eine Stadt zu halten und dafür Belohnungen und Orden einzuheimsen, zieht halt immer noch. Für mich eines der weit unterschätzten Programme damals, womit ich viele Stunden Spaß hatte.

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Admin - 00:16 | Kommentar hinzufügen

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